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Agora – Die Säulen des Himmels

Geschichtsuntericht

Eine spannende Zeit und eine weitestgehend unerzählte Geschichte hat sich Alejandro Amenábar für seinen Film Agora vorgenommen. Eine Zeit, in welcher die Weltgeschichte maximal und ganz ohne Krieg verändert wurde. Eine Welt in welcher Persönlichkeiten die großen Räder drehten. Die große Frage ist, ob er mit seinen Schauspielern diese großen Persönlichkeiten auch umsetzen konnte.


Regie: Alejandro Amenábar
Darsteller: Rachel Weisz, Max Minghella, Oscar Isaac
Land: Spanien
Kinostart: 12.03.2010

Alexandria wird ja in vielen Geschichten beschrieben oder zumindest erwähnt. Sehr wenige aber wissen, dass hier bereits das Gedankengut für ein sonnenzentriertes Universum gereift ist. Eine vermeintlich heidnische Religion hatte diese großen Wissenschaften gefördert und die beiden Bibliotheken erbaut. So wurden die Gottesdienste dieser teil-ägyptischen Religion in Räumen des Bibliotheksbaus abgehalten. Eine ideale Symbiose von Wissen und Religion. So kam die Wissenschaft in Alexandria zu einer bis dahin ungesehenen Blüte. Viele Gelehrte und Studenten aus aller Welt kamen an diesen fantastischen Ort um hier die vielen Texte zu lesen.



Aber dann kam zuerst Rom. Die Römer zerstörten bei der Eroberung von Alexandria die erste Bibliothek, erhielten aber die zweite. Dann aber wurde das Christentum auch im römischen Reich immer stärker. In Alexandria ging es vom Volk aus. Immer mehr Bürger und auch Sklaven wurden Christen und so wurden bald die ersten ägyptischen Gottheiten mit Steinen und Tomaten beworfen, An diesem entscheidenden Punkt beginnt der Film „Agora – Die Säulen des Himmels“. Zuerst wird die Fülle des Wissens dargestellt und man merkt bald, dass das Christentum der Wissenschaft der Sterne nicht sehr positiv ist. Es ist nämlich Gotteslästerung, wenn das Werk Gottes in Frage gestellt wird. Es dauert nicht lange, bis der offene Kampf ausbricht und die Christen durch Ihre Masse die Bibliothek stürmen und alle Werke verbrennen.



Hypatia (Raquel Welch) steht hierbei inmitten aller Unruhen, da sie einerseits die Tochter des Bibliothek-Verwalters ist und andererseits eine weibliche Wissenschaftlerin und Mathematikerin. Zugegeben Raquel Weisz hatte schon einige wirklich bemerkenswerte Film bereichert. So zum Beispiel „Der ewige Gärtner“ oder „Constantin“. Aber genauso wie sie diese Tiefe der Personen darstellen kann, hat sie auch immer wieder in oberflächlichen Filme wie „Die Mumie“ mitgewirkt und dies vor allem in den letzten Jahren. Als Hypatia hatte sie nun in „Agora“ die zentrale Aufgabe den Riss der Welt in Ihrer Person darzustellen, da sie zwischen einem christlichen Sklaven und einem gelehrten Adligen hin- und hergerissen ist. Die Zerrissenheit dieser Person bringt sie allerdings nicht auf die Leinwand.
 


Auch die anderen Darsteller bleiben oberflächlich und tauchen nur selten und dann auch nicht überzeugend in die seelischen Tiefen ihrer Figuren ein. Schade. Trotzdem aber ist „Agora-Die Säulen des Himmels“ ein guter Geschichtsfilm über eine bis dato wenig bedachte Epoche. Selten werden die Gesamtentwicklungen der Welt an einem Ort so deutlich wie damals in Alexandria. Somit ist es ein idealer Film für die letzte Geschichtsstunde vor Weihnachten im humanistischen Gymnasium und das ist doch auch schon was.


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verfasst am 25.01.2010 von Ron Raven


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