http://www.hotcritics.de/img//dde9fd935c4d1907.jpg

Doktor Döblinger:

Der neue Coup

Oft ist die Wahrheit ganz einfach. Sie muss nur einmal gesagt werden. Für solche einfachen Aussagen, welche genau den Punkt treffen, hat die Volksseele sich schon vor langem den Kasperl erschaffen. Eine lange Tradition welche sich quer durch Europa zog, hat sich schon vor langem in Bayern etabliert. Die aktuelle Krönung der einfachen Satire die sowohl Erwachsene als auch Kinder begeistert findet sich aktuell in Dr. Döblingers geschmackvollem Kasperltheater. Jetzt erschien ihre neue Geschichte bei der sie sich ein schwieriges Thema vornehmen: Kasperl und die wahre Liebe.


Produktion: Josef Parzival & Richard Oehmann
Spezieller Gast: Jule Ronstedt
Land: Bayern
Erscheinungsdatum: 11/2009

Kasperlgeschichten haben ja immer einen tieferen Sinn und so auch diese. Wer von uns erinnert sich nicht mit Grauen an die eigene Jugend in der er mit einer schrecklichen orangen Pudelmütze für die Verkehrssicherheit in Pose stehen musste. Diese Mütze soll der Kasperl nun tragen, da seine Aktuelle gerade zur Waschung bei der Großmutter ist. Dass er diese Lächerlichkeit nicht lange ertragen will kann jeder nachvollziehen, der sich noch an die eigene Qual mit der total uncoolen orangen Kopfbedeckung erinnert. So lässt sich Kasperl dazu rumkriegen dem Thronfolger von König Kurt eine Frau zu suchen, denn als Preis winkt eine neuen Kasperlmütze und somit der Wiedereinstieg in das Kasperl-Universum. Denn wie schon das Intro tönt: "Wie das Pommes ohne Fritzel ist der Kasperl ohne Mützel".



Der Prinz Jochen selbst ist aber ein nicht sehr aktiver Frauenheld und hat hier mindestens zwei linke Hände. Kasperl und Seppl bemühen sich redlich, aber in dieser Geschichte mischen so ziemlich alle alten Bekannten mit und bringen die Pläne regelmäßig durcheinander. Noch dazu lernt der Wachtmeiser Wirsing gerade eine Urlaubsvertretung (Jule Ronstedt) ein, deren Bewunderung für den Wachtmeister für viel Verwirrung sorgt. Die Hauptperson in diesem Plot ist aber definitiv die böse Hexe, welche schon seit langem nicht mehr alleine sein will.



Das Ganze wird wie immer bei Dr. Döblinger mit fantastischen Texten und überraschenden Twistern ausgestattet. Das Feuerwerk an Wortwitzen und Doppelbödigkeiten ist in dieser Episode kaum zu übertreffen. Noch dazu wird klar gemacht was die bayerische Polizei wirklich antreibt, nämlich die Brotzeit und sonst gar nichts. Das Ganze wird dabei in einer kindlichen Leichtigkeit eingebettet, die sehr natürlich ist. Hier wird klar, dass aus der Sicht der Kinder alles ganz einfach und offensichtlich ist, was wir Erwachsene immer so schwierig darstellen.

Im aktuellen Abenteuer ist die Geschichte vielleicht ein wenig vollgestopft. Aber das ist wohl wieder nur eine Vorstellung von uns Erwachsenen, dass Kinder es einfach brauchen. Stichproben bei der Zielgruppe haben nämlich ergeben, dass alles sehr nachvollziehbar ist. Lediglich die Urlaubsvertretung der Polizei fällt bei den Kindern glatt durch. Dafür prägt sich aber die liebesbedürftige Hexe umso mehr ein. Vermutlich vor allem wegen dem Pommes-Lied mit dem sie sofort für die Kinder positiviert wird. Liebe geht eben durch den Magen.




Also lasst Euch ein auf diese einfach fantastische Welt von Dr. Döblingers geschmackvollem Kaspertheater und nicht vergessen:

SUPPORT YOUR LOCAL KASPERL



0 Kommentar(e) | Druckansicht
verfasst am 29.11.2009 von Tom Trentinaglia


© 2005 hotcritics.de

Sollte die Seite nicht richtig dargestellt werden, installieren sie einen aktuellen Browser.